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Lernen2.0 - Wunsch oder Wirklichkeit?

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Vortrag am 6.11.2012 im Rahmen der Ringvorlesung "Medienbildung zwischen Utopie und Praxis" der Uni HH

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Lernen2.0 - Wunsch oder Wirklichkeit?

  1. 1. Wunsch oderWirklichkeit ? 1
  2. 2. Lernen ist chaotisch –Lehren ist riskant 2
  3. 3. Unser Betriebssystem – Vorschlag Sie brauchen nichts „mitschreiben“ Folien: slideshare.net/lisarosa Vortragstext zum Kopieren im CommSy-Raum stattdessen Fragen notieren Verständnisfragen laufend reinrufen Einwände und eigene Statements anschließend Wenn die Unterscheidung nicht geht, macht es nichts 3
  4. 4. 2.0 2.0 ist eine Chiffre für alles, was schon im Modus einer „neuen Kultur“ tickt, deren Herausbildung durch Computer und Internet, insbesondere auf der Stufe des interaktiven Web 2.0 in Gang gesetzt wurde. Web 2.0, Enterprise 2.0, Politik 2.0, Lernen 2.0 … Hauptmerkmal dieser „neuen Kultur“ ist v.a. erhöhte Partizipation der Teilnehmer in sozialen Systemen, wo bisher ein Geber-Nehmer – Dualismus bestand. 4
  5. 5. 1 2Übersicht Intro: „Die Problem 1 Praxis“ 3 4 5Theorie- Medien- Lern- Praxis- Begriff begriff Begriff 6 Fazit 5
  6. 6. 1 Intro: „Die Praxis“ „hard facts“ „objektive Realität“ „Empirie“ „Studien“ 6
  7. 7. „Welche Medien nutzen Studierende tatsächlich?“ Gerd Gidion /1. Google Websuche Michael Grosch2. das externe E-Mailkonto 20123. Wikipedia (Daten von 2011)4. Online-Wörterbücher5. gedruckte & digitale Bücher sowie Skripte ihrer Dozenten--- E-Learn-Plattformen (mittlere bis niedrige Akzeptanz) „Besonders schwach genutzt werden Angebote, die eine aktive Partizipation der Studierenden erfordern (Wikis, Blogs, interaktive Lernsoftware etc.)“ 7
  8. 8. WEISHEITQualität WISSEN INFORMA- TIONEN DATEN Zeit 8
  9. 9. Bewertung in der Wissenschaft Es geht nicht ohne. Sie ist von Anfang an dabei. Sie ist ok, wenn sie reflektiert und eingerechnet wird; offengelegt wird; zur Verhandlung steht. 9
  10. 10. „Welche Medien nutzen Studierende tatsächlich?“ Gerd Gidion /1. Google Websuche Michael Grosch2. das externe E-Mailkonto 20123. Wikipedia (Daten von 2011)4. Online-Wörterbücher5. gedruckte & digitale Bücher sowie Skripte ihrer Dozenten--- E-Learn-Plattformen (mittlere bis niedrige Akzeptanz) „Besonders schwach genutzt werden ANGEBOTE, DIE EINE AKTIVE PARTIZIPATION DER STUDIERENDEN ERFORDERN (Wikis, Blogs, interaktive Lernsoftware etc.)“ 10
  11. 11. Besonders schwach genutzt werdenANGEBOTE, DIE EINE AKTIVEPARTIZIPATION DER STUDIERENDENERFORDERN (Wikis, Blogs, interaktiveLernsoftware etc.)“ ** Verborgene Vorannahmen 11
  12. 12. „Code writing is not the 2problem – understanding Problemthe problem is theproblem.“ D. G. Bobrow Problemdefinition: Eine weit verbreitete Begriffsunklarheit verhindert ein adäquates Verständnis des Rahmens, in dem die Frage „Wunsch oder Wirklichkeit“ beantwortet werden muss. Heute: verborgene Vorannahmen aufdecken, Rahmen klären 12
  13. 13. Alltagsbegriff vs. Wissenschaftlicher Begriff Erklärungszusammenhang Instinkte aus der Steinzeit Gattung ein Vernunftwesen auch Indivi- nur ein im Tier Grunde duum gut Natur Gesell- schaft „menschlich“ 13
  14. 14. Erklärungsrahmen theoretische Begründungen Philosophie Wissenschaftswissenschaft Methodologie modellierende Einzelwissenschaft Vorstellungen Gattung methodische Natur Indivi- Prozeduren duum Gesell- schaft 14
  15. 15. 3Theorie- Praxis- Begriff 15
  16. 16. 16
  17. 17. Theorie Praxis alltäglich tatsächliche theoretische Praxis Perspektive Wirklichkeit ErfahrungZusammen- hänge Hintergründe Probleme Ernüchterung Visionen Hindernisse Risiken euphorisch PraxisreflexionUtopie Erfolge idealisierende Hoffnung Sicht Veränderungen Chancen Forderungen Förderungen 17
  18. 18. Alltagsbegriffe „Theorie“ „Praxis“ das Ausgedachte, Ideelle  die Wirklichkeit, das Reale das Erwünschte und  das Tatsächliche Geforderte das Maximale  das Machbare die Welt, wie sie sein sollte  die Welt, wie sie ist entwickelt Konzepte als  läuft anders Handlungsanweisung plant die Praxis und geht  soll die Theorie „umsetzen“ ihr voraus 18
  19. 19. CC by fraencko / flickr.com Geschäftsleitung: Hohe Theorie „runterbrechen“ ausführen Mitarbeiter: anwenden Schmuddelige Praxis umsetzen 19
  20. 20. Alltagsbegriff Theorie-Praxis dualistisch: „Entweder ist es Praxis – oder es ist Theorie.“ normativ: Die Theorie sagt: „So soll es sein!“ Die Praxis sagt: „So geht es aber (zur Zeit) nicht“. 20
  21. 21. Theorie Praxis alltäglich tatsächliche theoretische Praxis Perspektive Wirklichkeit ErfahrungZusammen- hänge Hintergründe Probleme Ernüchterung Visionen Hindernisse Risiken euphorisch PraxisreflexionUtopie Erfolge idealisierende Hoffnung Sicht Veränderungen Chancen Forderungen Förderungen 21
  22. 22. Wissenschaftlicher Theorie-Praxis-Begriff analytisch statt normativ: Theorie erklärt Praxis dialektisch statt dualistisch: kümmert sich um das Verhältnis zwischen Theorie und Praxis Prozessverständnis statt statisches Stillbild Theorie-Praxis-Prozesse selbst werden wieder in die Erklärungsmodelle zurückgespeist. 22
  23. 23. Das Bewusstsein hinktder Tätigkeit immerhinterher. Die realisierte Tätigkeit ist reicher, wahrer als das sie vorwegnehmende Bewusstsein.Alexej N. Leont‘ev (SU): Tätigkeit, Bewusstsein,Persönlichkeit, 1981 / 2012 23
  24. 24. Theorie A Praxis A beobachtet und erklärt konkret Praxis A historisch gesellschaftlich bildet Begriffe, Modelle, Konzept e, Philosophie- Rahmen für „Praxis“ Theorie und Theorie A Praxis 1 Praxis B wird normativ entwickelt sicherklärt Praxis B für historischfalsch und fordert neu, neben Praxis Praxis A Theorie A A scheitert zur Erklärung von Praxis B Diskrepanz 24
  25. 25. Praxis B Theorie A wird neue beobachtet und erklärt herrschende Praxis Praxis A bildet Begriffe, Modelle, Konzep te, Philosophierahmen für „Praxis“ Theorie A Theorie historisiert sich und bildet höheres Praxis 2 Praxis BAbstraktionsniveau entwickelt sichrekonzeptualisiert historisch sich neu, neben A kann B erklären Theorie Awird Theorie B und scheitert zur entwertet Theorie Erklärung A von Praxis B Diskrepanz 25
  26. 26.  Paradigmenwechsel = Wandel des Erklärungsprinzips Thomas Samuel Kuhn,Die Strukturwissenschaftlicher Revolutionen1962 26
  27. 27. 4Medien-Begriff 27
  28. 28. Medium Mittel O S 28
  29. 29. Kommunikations-Medien – Leitmedium –Leitmedienwechsel – Mediengeschichte Deiktische Kultur - Geste Orale Kultur - Sprache Skriptorische Kultur - Schrift Typographische Kultur - Druck Digitale Kultur – Web 2.0 29
  30. 30. Epochen – periodisiert nach Leitmedien Deiktische Kultur – Jäger und Sammler Orale Kultur – arbeitsteilige Gesellschaft, Sesshaftigkeit, Ackerbau+Viehzucht, Handwerk Skriptorische Kultur – Staatsbildung antiker Hochkulturen – Pyramidenbau, Bürokratie Typographische Kultur – Industrialisierung, Nationalstaaten, allgemeinbildende Pflichtschule Digitale Kultur – „Next Society“?, Informations- gesellschaft, Wissensgesellschaft, LLL, Lerngesellschaft, Sinnlernen, „inneres Wachstum“ … 30
  31. 31.  Michael Giesecke, Von den Mythen der Buchkultur zu den Visionen der Informationsgesellschaft 2003 Konzept einer Periodisierung der Menschheitsgeschichte nach Leitmedien Konzept des Übergangs von einer Epoche in die nächste: Übergangsgesellschaft 31
  32. 32. Höhepunkt WendePhasen einer Epoche 32
  33. 33. Höhepunkt WendeÜbergangsphase 33
  34. 34. Widersprüche EpochenwechselSpannungen Konflikte Kämpfe Kriege Höhepunkt / Konsolidierung Wende / Niedergang / Verfall Aufstieg / Durchsetzung / Etablierung 34
  35. 35. Erklärungsrahmen theoretische Begründungen Philosophie Wissenschaftswissenschaft Methodologie modellierende Einzelwissenschaft Vorstellungen Gattung methodische Natur Indivi- Prozeduren duum Gesell- schaft 35
  36. 36.  alte Praxis in  altes Verständnis Schule/Studium vom Lernen altes  neue Praxis in Verständnis „Freizeit“ vom Lernen neue Praxis in  neues Verständnis „Freizeit“ vom Lernen neues  alte Regeln in Verständnis Schule/Studium vom Lernen 36
  37. 37. 5Lern-begriff 37
  38. 38. Lernen 2.0 ist Lernen mit digitalen Geräten und Web 2.0- Mitteln/Methoden/Anwendungen/Tools Praxis des Lernens ist kulturhistorisch geformt Verständnis (Theorie) des Lernens ebenso Lernen unter den Bedingungen des digitalen Zeitalters 38
  39. 39. Web 2.0 is an attitude not a technology. This means there is no technological revolution, it is a social revolution.CC BY Maria Leal Stephen Downes, CA 39
  40. 40. Lernen – kulturhistorische Epochen Vorindustriell (orale und skriptorische Kultur): informell / learning by doing / individuell Industriezeitalter (typographische Kultur): formell / booklearning, systematisch / standardisiert Postindustriell, „next society“ (digitale Kultur): selbstorganisierend vernetzt, reflexiv sinnbildend 40
  41. 41. Schule / Hochschule Lernen im digitalen Industriegesellschaft Zeitalter standardisiert  personalisiert explizites, systema-  implizites,nonformelles, tisches, formelles L. informelles, „wildes“ L. Fächerlernen  cross-over-Lernen Lehrgangslernen  Projektlernen festgelegte Lernorte  überall möglich feste Lernzeiten  immer möglich Lernen auf Vorrat  Lernen nach Bedarf Vereinzelung  Vernetzung festgelegte Ergebnisse  ergebnisoffen 41
  42. 42. shift vom Geschlossenen, Vorgegebenen, Standardisierten und Isolierten zum Offenen, Selbstbestimmten, Personalisierten und Kollaborativen 42
  43. 43. Lernen 2.0 – Wunsch oder Wirklichkeit ? Hakims Lernwelten Schule: Familie: formelles informelles Lernen Lernen Mopedgang: Jugendtreff: wildes Lernen non formelles Lernen Prof. Dr. Benedikt Sturzenhecker 43
  44. 44. 6Fazit 44
  45. 45. Besonders schwach genutzt werdenANGEBOTE, DIE EINE AKTIVEPARTIZIPATION DER STUDIERENDENERFORDERN (Wikis, Blogs, interaktiveLernsoftware etc.)“ ** Verborgene Vorannahmen 45
  46. 46. Warum suchst du es denn da drüben, wenn es doch nur Weil ich hier hier zu findenbesser sehen ist? kann! 46
  47. 47. Lernst du auch Nein Mama, wir fleißig für den erfinden grad für die Sozialkundetest Gilde in WoW ne morgen früh, Regelsammlung, die Kevin? wolln wir morgen Abend diskutiern und abstimmen.Du sollt doch netimmer Computer spielen! Lern Oh menno! endlich! Lernen ist so doof. 47
  48. 48.  Genügend Fragen stellen! Alle (verborgenen) Rahmen zur Interpretation von Datensammlungen (Studien) berücksichtigen! 48
  49. 49. 1. Rahmen: Medien(begriff) Sind die Web 2.0 –Teile für den Lernprozess medienadäquat eingesetzt oder werden sie für andere Zwecke instrumentalisiert? (z.B. geschlossene Blogs und Wikis für Lerngruppen im Industriekultur-Lernmodus) Benutzen die Studierenden Web 2.0- Anwendungen außerhalb der Uni? Wofür? Was machen sie damit? 49
  50. 50. 2. Rahmen: Lernen + Lernbegriff Was verstehen die Dozenten / die Studierenden unter Lernen? Erkennen sie Lernen überhaupt als Lernen, wenn es außerhalb der formellen Zusammenhänge stattfindet? Also die 3 anderen Segmente aus „Hakims Lernwelten“? 50
  51. 51. 3. Rahmen: Partizipationsbegriff Was verstehen die Dozenten / die Studierenden jeweils unter Partizipation? Passt der Lernbegriff zum Ziel Partizipation? Ist Partizipation wirklich gedacht als „Einmischung in die eigenen Angelegenheiten“ – oder nur als Beteiligung an der Erarbeitung des vorgegebenen Lernstoffs nach vorgegebener Strategie und vorgegebenem Ergebnis? „vergiftetes“ Partizipationsangebot 51
  52. 52. Wunsch oderWirklichkeit ? 52

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